CMD-Diagnose

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Der Ablauf bei der Diagnose unterscheidet sich erheblich, je nach dem, was ein Zahnarzt unter „CMD“ versteht. Gewöhnlich wird z. B. viel Wert auf die Bildgebung der Kiefergelenke gelegt. Zeigt sich hier etwas Ungewöhnliches, so meint man oft, die Ursache der CMD gefunden zu haben: eine Arthrose. Was aber heißt das eigentlich?

CT

Computertomogramm mit einem normalen Kiefergelenk links im Bild und einer fortgeschrittenen Arthrose rechts.

Eine Arthrose ist eine degenerative Veränderung in einem Gelenk. Sieht man in ihr die Ursache, so glaubt man, dass sie ohne weiteren Grund entstanden ist, in seltenen Ausnahmen vielleicht auch in Folge eines Traumas. Kiefergelenke sind ohne operative Eingriffe nicht zugänglich, also kann man eigentlich außer einer Operation nichts tun, wenn hier wirklich die Ursache liegt. Jedoch haben sich Kiefergelenksoperationen als CMD-Therapie in der Vergangenheit nicht bewährt und kaum jemand würde sie heute noch ernsthaft anraten. Wieso aber soll eine Schiene bei einem Gelenk helfen, das ohne weiteren Grund „kaputt“ geht?

Zum Glück geschieht das in Wirklichkeit extrem selten, sondern Kiefergelenke passen ihre Form an die Belastung an. Man nennt das „Remodeling“ und eigentlich ist der Vorgang bekannt und in der Fachliteratur gut beschrieben. Was man daher auf einem Röntgenbild sieht, ist in der Regel nicht die Ursache, sondern eine Auswirkung der CMD. Manchmal kann das nützlich sein, aber für unsere Praxis ist das bei weitem nicht der wichtigste Punkt, mit dem wir eine Funktionsuntersuchung beginnen!

Damit man deren Ablauf besser verstehen kann, ist es hilfreich, etwas über die Hintergründe der konventionellen gnathologischen Untersuchungsmethoden zu wissen, bevor wir die Diagnostik in unserer Praxis erklären.

Gnathologische Diagnose

Urheber der Gnathologie war Beverly McCollum, ein Professor an der Universität in Los Angeles. Er ging davon aus, dass man jedem Gelenk eine Bewegungsachse zuordnen könne und so müsse dies auch beim Kiefergelenk möglich sein. Des Weiteren sah man in den Kiefergelenken eine Art mechanische Führung der Bewegung des Unterkiefers. …

Neuromuskuläre Diagnose

photometrie

Das neuromuskuläre Funktionsbild baut auf den Erkenntnissen von Bernard Jankelson auf, dem Urheber der Myozentrik. Er ging nicht davon aus, dass der menschliche Unterkiefer bei seiner Bewegung mechanisch durch die Kiefergelenke geführt wird, sondern propriozeptiv durch neuromuskuläre Reflexe. …


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